Medizinische Kompression von Ofa Bamberg

Medizinische Kompressionsstrümpfe

Ihre Beine liegen uns am Herzen

Wir lüften das Geheimnis leichter Beine – medizinische Kompressionsstrümpfe. Das Wort Kompression bedeutet so viel wie “Zusammendrücken”. Hieraus leitet sich auch der Fachbegriff der medizinischen Kompression ab, der bedeutet, dass mechanischer Druck auf eine bestimmte Stelle des Körpers ausgeübt wird. Kompressionstherapie kann entweder präventiv (z. B. im Sport) oder zur Behandlung einer akuten Krankheit eingesetzt werden. Man kennt hauptsächlich medizinische Kompressionsstrümpfe bzw. Kompressionsstrumpfhosen – bei Ofa gibt es aber auch Kompressionsversorgung für Arme und Hände.

Warum braucht man medizinische Kompressionsstrümpfe?

Das menschliche Gefäßsystem besteht aus Arterien und Venen. Die Arterien transportieren das sauerstoff- und nährstoffreiche Blut in die Körperzellen, dabei werden sie von der Pumpfunktion des Herzens unterstützt. Die Venen befördern das sauerstoffarme Blut wieder zurück zum Herzen und zur Lunge. Weil dies aber größtenteils entgegen der Schwerkraft geschieht, unterstützt die Wadenmuskulatur den Transport. Damit das Blut nicht wieder nach unten sackt, verschließen eine Vielzahl von Venenklappen einzelne Abschnitte der Vene.

Sind die Venenwände erweitert, verkrümmt oder aus der Form geraten, können die Venenklappen nicht mehr richtig schließen. Das Blut fließt zurück und staut sich in den Venen. Hierdurch wird die Bildung von Thromben (Blutgerinnseln) begünstigt. Wenn sich ein Thrombus löst, kann eine Lungenembolie die Folge sein.

Medizinische Kompressionsstrümpfe unterstützen den Blutfluss, indem sie von außen Druck auf die Venen ausüben und auf diese Weise die Gefäßwände stabilisieren. Die Venenklappen können wieder schließen und verhindern somit einen Rückfluss des Blutes. Der Druck eines Kompressionsstrumpfes ist an der Fessel am stärksten und nimmt nach oben hin ab. So werden Stauungen vermieden und die Blutzirkulation im Bein verbessert.

kranke Vene
Kranke Vene
gesunde Vene
Gesunde Vene
Vene mit medizinischem Kompressionsstrumpf
Vene mit Kompressionsstrumpf

 

Bei folgenden Erkrankungen kommen medizinische Kompressionsstrümpfe häufig zum Einsatz:

 

Wie wirken medizinische Kompressionsstrümpfe?

Durch das Tragen von Kompressionsstrümpfen profitieren nicht nur die Venen. Es gibt einiges, was durch Kompression verbessert werden kann:

Kompression bei Venenleiden

Um Venenleiden zu therapieren, werden vom behandelnden Arzt oftmals medizinische Kompressionsstrümpfe verordnet. Der durch die eng anliegenden Strümpfe ausgeübte Kompressionsdruck sorgt dafür, die Venenklappen zu schließen und den Blutrückfluss zum Herzen zu beschleunigen. Außerdem können dadurch Stoffwechselabfälle schneller abtransportiert und somit Schwellungen reduziert werden.


Welche Kompressionsstrümpfe bei Venenleiden? 

Rundgestrickte Kompressionsstrümpfe werden bei Venenleiden eingesetzt. Sie sind besonders längs- und querelastisch. Das bedeutet, dass sie sowohl in der Länge als auch in der Breite sehr dehnbar – und dementsprechend leichter anzuziehen sind. Rundstrick-Kompression wird mit gleicher Maschenzahl und abweichender Maschengröße hergestellt. Diese Art der Kompressionsstrümpfe üben leichten bis mittleren Druck aus.

Kompression bei Venenleiden

 

Kompression bei Ödemen

Bei der Therapie von Ödemen (Wasseransammlungen) wird durch die Kompression Druck auf das gesamte Lymphsystem ausgeübt. Die dadurch ausgelöste "Entstauung" sorgt dafür, dass Wassereinlagerungen besser und schneller abfließen können. Bei Krankheitsbildern wie dem Lip- oder Lymphödem sind Kompressionsstrümpfe ein fester Bestandteil der medizinischen Therapie.  


Welche Kompressionsstrümpfe bei Lip- oder Lymphödemen?

Flachgestrickte Kompressionsstrümpfe werden bei Lip- oder Lymphödemen verwendet. Sie sind viel weniger längs- und querelastisch (Ausnahme: Lastofa Forte). Sie sind also kaum dehnbar und werden exakt an die Maße ihres Trägers angepasst. Flachstrick-Kompression übt einen besonders hohen Druck aus. Der flachgestrickte Strumpf wird in Einzelteilen gefertigt und am Ende mit einer Naht zusammengenäht.

Kompression bei Lip- und Lymphödem

 

Die Unterschiede zwischen dem Rundstrick- und dem Flachstrick-Verfahren liegen in der Dehnbarkeit des Materials, dem ausgeübten Druck und der (nicht) vorhandenen Strumpfnaht.

 

Welche Kompressionsstrümpfe?

 

Medizinische Kompressionsstrümpfe für Herren

Auch wenn Krampfadern eher als Frauenproblem bekannt sind, leidet jeder 5. Mann an einer Krampfadererkrankung und jeder 6. Mann ist von einer Beinschwellung betroffen. Anzeichen von Venenerkrankungen bei Männern sollten weder verharmlost noch ignoriert werden. Wer Besenreiser, Krampfadern oder Schwellungen an seinen Beinen feststellt oder unter Schmerzen leidet, sollte einen Arzt aufsuchen. Ofa hat für Herren extra den medizinischen Kompressionsstrumpf memory men entwickelt. Der Herrenstrumpf ist dezent und in verschiedenen Farben erhältlich. So fühlen sich Männer sowohl im geschäftlichen als auch privaten Umfeld beim Tragen des medizinischen Kompressionsstrumpfes wohl.

 

Kompressionsstrümpfe für Schwangere

Frauen sind während einer Schwangerschaft besonders anfällig für Venenerkrankungen. Vor allem im letzten Drittel kommt es vermehrt zu Beschwerden. Achten Sie besonders auf die Anzeichen einer, wie Beinschmerzen und -schwellungen. Schwangere haben ein deutlich erhöhtes Thromboserisiko, das auch nach der Entbindung für einige Wochen bestehen bleibt.

 

Die Gründe für ein erhöhtes Thromboserisiko sind:

  • Östrogen und Progesteron sorgen für ein weicheres Bindegewebe und damit nachgiebige Venenwände.
  • Die Gefäße transportieren deutlich mehr Blut als sonst.
  • Der wachsende Bauch übt Druck auf die Venen im Beckenbereich aus. Es kann zu Stauungen kommen.

 

Kompressionsstrümpfe gegen Schwangerschaftsübelkeit

Übelkeit und Erbrechen machen sehr vielen Frauen in der Frühschwangerschaft zu schaffen. Eine Studie hat daher untersucht, ob sich diese typischen und sehr unangenehmen Symptome mit dem Tragen von Kompressionsstrümpfen lindern lassen.[1] Tatsächlich verringerten sich Übelkeit und Erbrechen bei knapp einem Drittel der Frauen, die medizinische Kompressionsstrümpfe in Knielänge trugen. Auch Schwindelgefühle und Schmerz wurden weniger. Bislang weiß man nicht, warum diese Symptome so häufig auftreten und auch nicht, warum Kompressionsstrümpfe eine positive Wirkung haben. Sprechen Sie bei Bedarf Ihren Arzt an.

 

Welche Klassen von medizinischen Kompressionsstrümpfen gibt es?

Die Kompressionsklassen legen die Intensität des ausgeübten Drucks fest. Welche Kompressionsklasse für wen infrage kommt, entscheidet der behandelnde Arzt. Je schwerer die Erkrankung ist, desto mehr Druck muss der Strumpf ausüben. Es gibt insgesamt vier Kompressionsklassen:

  • Klasse 1: Schwere Beine, keine Ödeme, leichte Krampfaderbildung
  • Klasse 2: Schwellungen, Ödeme, ausgeprägte Krampfadern
  • Klasse 3: Chronische Veneninsuffizienz, Thrombose, offene Wunden
  • Klasse 4: Lipödem, Lymphödem

Kompressionsklassen: Immer der richtige Druck

 

Wie trägt man Kompressionsstrümpfe und zieht sie richtig an?

Kompressionsstrümpfe müssen sehr eng sitzen und sollten sich im besten Fall wie eine „zweite Haut” anfühlen. Deshalb ist das Anziehen oftmals eine kleine Herausforderung. Handschuhe für Kompressionsstrümpfe und Anziehhilfen helfen dabei, die Strümpfe leichter über die Beine zu ziehen. Ganz wichtig dabei sind zwei Dinge: die eigene Hautpflege, um ein Austrocknen zu verhindern, sowie das tägliche Waschen der Kompressionsstrümpfe – entweder per Hand oder bei 30° Grad im Schonwaschgang. Die Reinigung erhält zudem die Spannkraft des Strumpfes.

Kompressionsstrümpfe anziehen

 

Was machen Thrombosestrümpfe bzw. wie wirken Stützstrümpfe?

Lange Flugreisen und das damit verbundene beengte Sitzen ist besonders anstrengend für die Beine und kann in Kombination mit anderen Risikofaktoren wie z. B. dem Rauchen, Übergewicht oder einer genetische Veranlagung zu Krampfadern zu einer sogenannten Reisethrombose führen. Wenn die Beine über mehrere Stunden nicht bewegt werden, verlangsamt sich der Blutfluss in den Venen und die Beine schwellen an. Auch die Waden können anfangen zu schmerzen. Beides sind mögliche erste Anzeichen für eine Thrombose. Wer also an einer Venenerkrankung leidet, darf auf Reisen seine Thrombosestrümpfe nicht vergessen.

Thrombosestrümpfe

 

Was ist der Unterschied zwischen Stütz- und Kompressionsstrümpfen?

Stützstrümpfe haben im Gegensatz zu Kompressionsstrümpfen einen vorbeugenden Effekt. Bei langem Sitzen oder Stehen, wenn die Beine z. B. auf Reisen schwer werden und anschwellen, können Stützstrümpfe eine Entlastung darstellen. Sie helfen nicht, wenn bereits eine medizinische Indikation vorliegt.

Kompressions- oder Stützstrümpfe

 

Soll man Kompressionsstrümpfe beim Sport tragen?

Medizinische Kompressionsstrümpfe verbessern die Durchblutung und versorgen die Muskeln aufgrund dessen schneller mit Sauerstoff. Dadurch hat der Sportler mehr Energie und kann seine Leistung schneller abrufen. Außerdem verringert medizinische Kompressionskleidung die Muskelvibrationen, was zu mehr Stabilität, einer besseren Selbstwahrnehmung und somit einem geringeren Verletzungsrisiko führen kann. Medizinische Kompression im Sport dient allerdings hauptsächlich der Regeneration. Sportler erholen sich nach einem Training mit medizinischen Kompressionsstrümpfen durchschnittlich schneller, der Muskelkater wird subjektiv als geringer wahrgenommen.

 

Kann man Kompressionsstrümpfe kaufen bzw. was kosten medizinische Kompressionsstrümpfe?

Medizinische Kompressionsstrümpfe sind verordnungsfähige Hilfsmittel, die Ihnen Ihr Arzt auf Rezept verschreiben kann. Die Kosten für zwei Paar pro Jahr übernimmt die Krankenkasse. Sie müssen nur die gesetzlich vorgeschriebene Zuzahlung direkt beim Fachhändler, d.h. im Sanitätshaus oder in der Apotheke, bezahlen. Dort werden Ihre Beine genau vermessen und die passende Größe festgelegt. Bei regelmäßigem Gebrauch der medizinischen Kompressionsstrümpfe nimmt der Druck nach sechs Monaten ab. Sprechen Sie daher mit Ihrem Arzt rechtzeitig über eine weitere Verordnung. Er kann Ihnen bei Fortbestehen der medizinischen Notwendigkeit ein Folgerezept ausstellen.

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Welche Nebenwirkungen haben medizinische Kompressionsstrümpfe?

Kompressionsstrümpfe sitzen im besten Fall wie eine zweite Haut, da sie nicht wirken, wenn sie zu weit sind und nach unten rutschen. Durch den Druck können medizinische Kompressionsstrümpfe die Haut austrocknen. Wird es im Sommer wärmer, schwitzt man darunter, weshalb sie einen Juckreiz auslösen können. Allerdings haben medizinische Kompressionsstrümpfe normalerweise keine Nebenwirkungen. Um trockener Haut und einem unangenehmen Tragegefühl vorzubeugen, können Sie Ihrer Haut mit speziellen Pflegeschäumen etwas Gutes tun.

Zubehör & Pflege

 

Wie lange trägt man Kompressionsstrümpfe?

Tragen Sie Ihre medizinische Kompressionskleidung sowohl bei Venenleiden als auch bei Lip-und Lymphödemen täglich. Ziehen Sie sie direkt nach dem Aufstehen am Morgen an - idealerweise nachdem Sie Ihre Beine kalt abgeduscht haben. Nachts ziehen Sie die medizinischen Kompressionsstrümpfe bitte aus. Da Sie zum Schlafen liegen, müssen die Venen nicht gegen die Schwerkraft arbeiten. Zudem kann die Haut nachts aufatmen und sich erholen.

 

Wie pflegt und wäscht man die medizinischen Strümpfe richtig?

Das tägliche Waschen der medizinischen Kompressionsstrümpfe – entweder per Hand oder bei maximal 40° Grad im Schon- oder Feinwaschgang ist sehr wichtig. Die Reinigung erhält die Spannkraft des Strumpfes und die Wirksamkeit der medizinischen Kompressionsstrümpfe bleibt länger erhalten. Bitte verwenden Sie keinen Weichspüler und bügeln Sie sie nicht. Die Strümpfe können schonen geschleudert werden. Im Falle einer Handwäsche verwenden Sie bitte lauwarmes Wasser und wringen Sie die Strümpfe nicht aus. Sie können die Kompressionsstrümpfe bei Bedarf in einem Handtuch vortrocknen, indem sie sie darin einwickeln. Trocknen Sie die Kompressionsstrümpfe anschließend an der Luft, aber nicht an der Heizung oder im direkten Sonnenlicht.

Spezialwaschmittel ofa clean

 

Was sind Anti-Thrombosestrümpfe?

Zur Thromboseprophylaxe bei bettlägerigen Patienten werden keine medizinischen Kompressionsstrümpfe verwendet, da diese ihre volle Wirkung erst dann entfalten, wenn der Patient sich bewegt. Deshalb werden diese Patienten mit Anti-Thrombosestrümpfen versorgt. Für aufrecht gehende und sitzende Patienten sind Anti-Thrombosestrümpfe wegen des niedrigen Drucks und der Strickweise nicht geeignet. Diese Strümpfe werden in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen bei liegenden und frisch operierten Patienten eingesetzt. Anti-Thrombosestrümpfe sind daher keine Kompressionsstrümpfe. Sie müssen auch nachts getragen werden.

Anti-Thrombosestrümpfe werden aus Erkennungsgründen nur als weiße Schenkelstrümpfe mit offener Spitze oder einem Inspektionsloch unter dem Ballen gestrickt.


Fünf Fakten zu Anti-Thrombosestrümpfen:

  • keine Kompressionsstrümpfe
  • Vorbeugen von
  • nur für bettlägerige Patienten in Krankenhaus oder Pflegeeinrichtungen
  • zu geringer Druck für gehende oder sitzende Patienten
  • nur in Weiß und in erhältlich

 

Anti-Thrombosestrümpfe sind nicht vergleichbar mit medizinischen Kompressionsstrümpfen.

[1] Mendoza E, Amsler F. Randomisierte, Cross-Over-Studie zur Wirkung von medizinischen Kompressionsstrümpfen auf Übelkeit und Erbrechen sowie Abgeschlagenheit in der Frühschwangerschaft. Vasomed. 2017; 29: 142-143


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