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Neue Therapie bei Morbus Dupuytren: Patient wird zum Erfinder

26. Mai 2026

Wie Jörg Pattke mit Ofa und Push eine neue Therapieoption bei Morbus Dupuytren entwickelt hat

Selbst betroffen von Morbus Dupuytren, erzählt Jörg Pattke wie er vom Patienten zum Erfinder wurde. Nach mehreren operativen Eingriffen entwickelte er in seinem Hobbykeller eine neuartige Fingerschiene – heute bekannt als Push ortho Handorthese DPT von Ofa. Die dynamische Extensionsorthese ergänzt die konservative, prä- und postoperative Therapie um einen wirkungsvollen, alltagstauglichen Baustein.

Wie Jörg Pattke mit Ofa und Push eine neue Therapieoption bei Morbus Dupuytren entwickelt hat

Selbst betroffen von Morbus Dupuytren, erzählt Jörg Pattke wie er vom Patienten zum Erfinder wurde. Nach mehreren operativen Eingriffen entwickelte er in seinem Hobbykeller eine neuartige Fingerschiene – heute bekannt als Push ortho Handorthese DPT von Ofa. Die dynamische Extensionsorthese ergänzt die konservative, prä- und postoperative Therapie um einen wirkungsvollen, alltagstauglichen Baustein.

Push DPT Erfinder Jörg Pattke
Dupuytren-Patient und Erfinder Jörg Pattke mit einem Prototyp der dynamischen Fingerschiene
Push DPT Erfinder Jörg Pattke
Dupuytren-Patient und Erfinder Jörg Pattke mit einem Prototyp der dynamischen Fingerschiene

Sie sind selbst von Morbus Dupuytren betroffen und hatten eine Reihe von Vorbehandlungen – was hat Sie bewegt, eine eigene Lösung zu entwickeln?

Ich hatte bereits offene Operationen an beiden Händen, doch nach einigen Jahren entwickelten sich starke Rezidive. Ein erneuter Eingriff wäre mit dem Risiko der Amputation verbunden gewesen. Daher habe ich lange gezögert. Glücklicherweise hörte ich von einem Arzt in Bielefeld, der Morbus Dupuytren minimalinvasiv behandelt. 2015 war ich zum ersten Mal bei Dr. Wolfgang Lenze. Er hat eine PNF+ (perkutane Nadelfasziotomie mit Hauttransplantation) an dem am stärksten gekrümmten Finger gemacht. Danach wollte ich unbedingt vermeiden, dass sich der Finger durch die Narbenbildung wieder zusammenzieht.

Wie kamen Sie auf die Idee einer dynamischen Fingerschiene?

Zur Nachversorgung erhielt ich eine Lagerungsschiene für die Nacht, doch die konnte ich nicht lange tragen. Da ich schon immer gerne tüftle, begann ich selbst nach einer Lösung zu suchen. Ich wollte den Finger strecken und gleichzeitig beweglich halten. Also suchte ich ein Material, das biegsam ist, aber immer wieder in seine ursprüngliche Form zurückkehrt. Ich wurde beim Rollmaßband fündig und entwickelte verschiedene Prototypen mit bombierten (gewölbten) Stahlbändern. Den ersten hatte ich bereits bei meinem zweiten Termin bei Dr. Lenze dabei, der sofort interessiert war.

Sie sind selbst von Morbus Dupuytren betroffen und hatten eine Reihe von Vorbehandlungen – was hat Sie bewegt, eine eigene Lösung zu entwickeln?

Ich hatte bereits offene Operationen an beiden Händen, doch nach einigen Jahren entwickelten sich starke Rezidive. Ein erneuter Eingriff wäre mit dem Risiko der Amputation verbunden gewesen. Daher habe ich lange gezögert. Glücklicherweise hörte ich von einem Arzt in Bielefeld, der Morbus Dupuytren minimalinvasiv behandelt. 2015 war ich zum ersten Mal bei Dr. Wolfgang Lenze. Er hat eine PNF+ (perkutane Nadelfasziotomie mit Hauttransplantation) an dem am stärksten gekrümmten Finger gemacht. Danach wollte ich unbedingt vermeiden, dass sich der Finger durch die Narbenbildung wieder zusammenzieht.

Wie kamen Sie auf die Idee einer dynamischen Fingerschiene?

Zur Nachversorgung erhielt ich eine Lagerungsschiene für die Nacht, doch die konnte ich nicht lange tragen. Da ich schon immer gerne tüftle, begann ich selbst nach einer Lösung zu suchen. Ich wollte den Finger strecken und gleichzeitig beweglich halten. Also suchte ich ein Material, das biegsam ist, aber immer wieder in seine ursprüngliche Form zurückkehrt. Ich wurde beim Rollmaßband fündig und entwickelte verschiedene Prototypen mit bombierten (gewölbten) Stahlbändern. Den ersten hatte ich bereits bei meinem zweiten Termin bei Dr. Lenze dabei, der sofort interessiert war.

Wie ging es dann weiter?

Dr. Lenze sah großes Potenzial in der Idee einer dynamischen Schiene und stieg mit in die Entwicklung ein. 2017 waren wir so weit, dass wir nach einem Partner für die Patenteinreichung und Fertigung suchen konnten. Wir fragten bei verschiedenen Hilfsmittelherstellern an. Ofa brachte uns schließlich mit seiner Tochterfirma Nea International zusammen, die mit der Marke Push auf die Entwicklung innovativer Orthesenlösungen spezialisiert ist.

Von der Idee zum marktreifen Produkt ist es ein weiter Weg – welche Überraschungen und Hürden gab es dabei?

Erstaunlich wenige. Natürlich gibt es einige rechtliche Fragen zu klären, aber dafür hatten wir gute anwaltliche Beratung. Am Anfang der Zusammenarbeit mit Push war ich viel in Maastricht und teilte all mein Wissen aus der Produktentwicklung. Später hatte ich einen festen Entwicklungsingenieur als Ansprechpartner. Das hat Riesenspaß gemacht und wir haben gemeinsam schnell gute Lösungen gefunden. Dabei wurden meine Anmerkungen immer ernst genommen und in weiten Teilen umgesetzt.

Welches Wirkprinzip liegt der Push ortho Handorthese DPT zugrunde, und wie unterscheidet sie sich damit von bestehenden Dupuytren-Schienen?

Die Push DPT ist eine dynamische Schiene, die die betroffenen Finger sanft und anhaltend streckt und gleichzeitig beweglich hält. Ich habe selbst gemerkt, wie eine statische Schiene zu Schmerzen und Steifheit in den Gelenken führen kann. Daher haben wir in der Entwicklung der Blattfederscharniere besonderes Augenmerk darauf gelegt, das Hebelverhältnis zwischen Federn und Stützblock zu optimieren.

Für welche Patienten ist die Orthese besonders geeignet?

Eigentlich für fast alle Dupuytren-Patienten. Die Orthese ist modular aufgebaut – sie besteht aus einem Handteil und bis zu vier Fingerteilen, die sich alle einzeln einstellen lassen. Nach einer PNF können die durchtrennten Stränge weiter aufgedehnt und das Ergebnis optimiert werden. Da die Handfläche weitgehend frei bleibt, eignet sich die Orthese auch nach offenen OPs und Dermofasziektomie. Zudem kann durch die sanfte Dehnung der Status quo langfristig gehalten werden – sei es, um einen Eingriff hinauszuzögern oder das Ergebnis zu sichern.

Welche Erwartungen dürfen Patienten an den Behandlungserfolg haben – wo sehen Sie die Grenzen der Orthese?

Man sollte nicht erwarten eine bestehende Kontraktur ohne chirurgische Behandlung wieder „geradebiegen“ zu können. Weiche Bereiche eines Strangs lassen sich vielleicht noch aufdehnen, aber verhärtete Anteile nicht. Was die Orthese durch ihre sanfte Dehnung jedoch kann, ist eine Kontraktion und Verfestigung des Gewebes im gekrümmten Zustand zu verhindern. Das kann auch langfristig funktionieren – bei mir schon seit über 10 Jahren.

Welche Bedeutung hat die Compliance für den Therapieerfolg – und wie unterstützt die Handorthese Patienten dabei, diese konsequent im Alltag zu tragen?

Man muss schon etwas dafür tun, damit die Orthese Wirkung zeigt. Anfangs wird empfohlen, sie dreimal täglich für anderthalb bis zwei Stunden zu tragen, im späteren Verlauf nach Bedarf. Gleichzeitig braucht die Behandlung Geduld, denn es kommt auf eine sanfte, anhaltende Dehnung an. Patienten, die schon diverse Vorbehandlungen und Rezidive hatten, sind dazu eher bereit. Großer Pluspunkt für die Therapietreue ist, dass die Finger gebeugt werden können und leichte Handgriffe mit der Orthese möglich sind.

Mehr zur Push ortho Handorthese DPT

Push ist eine Marke der niederländischen Ofa Tochter Nea International, die dieses Jahr ihr 40-jähriges Bestehen feiert. Seit 1986 entwickelt Push unkonventionelle Bandagen und Orthesen-Lösungen mit dem Anspruch gezielter Stabilität bei maximaler Bewegungsfreiheit.