Krampfadern veröden

Interventionelle Behandlung.

Die Verödungs- bzw. Sklerotherapie wird zur Behandlung von Krampfadern und Besenreisern eingesetzt. Das Prinzip dahinter ist es, die geschädigten Gefäße still zu legen und die Vene somit in einen bindegewebsähnlichen Strang umzuwandeln. Die verödete Vene verschwindet schließlich, da sie nach und nach durch natürliche Prozesse vom Körper abgebaut wird. Im Ergebnis entspricht das Vorgehen somit der Entfernung einer geschädigten Vene.

Die Verödungstherapie funktioniert nur in Zusammenhang mit Kompressionsstrümpfen oder Kompressionsverbänden: Nachdem ein verödendes Mittel in die Venen gespritzt wurde, sorgt der Kompressionsdruck dafür, dass die Gefäßwände verkleben. Die verklebten Venen sind somit stillgelegt und können kein Blut mehr transportieren. Diese Transportfunktion übernehmen dafür andere, benachbarte Venen. Nachdem die Krampfadern verödet wurden, müssen daher in jedem Fall für eine gewisse Zeit Kompressionsstrümpfe oder -verbände getragen werden.

Es gibt verschiedene Sklerosierungs- bzw. Verödungsmittel. Meist erfolgt die Verödung mit aufgeschäumten Substanzen (Schaumsklerosierung). Damit können auch große Krampfadern wirksam verödet werden. Parallel zur Verödung findet immer eine Sichtkontrolle mit dem Ultraschallgerät statt. Das Ultraschallbild hilft, die Venen zu orten und somit zielsicher zu veröden. So wird sichergestellt, dass der Verödungsschaum nicht versehentlich in umliegendes Gewebe oder Gefäße eingespritzt wird.

Das Veröden von Krampfadern ist, abgesehen vom Einstich in die Venen, weitgehend schmerzfrei. Nach dem Eingriff bilden sich an den Einstichstellen oft leichte Blutergüsse und Verfärbungen, die aber im Normalfall schnell wieder zurückgehen. Es gibt keine störenden Narben und die Patienten sind in der Regel nach dem Eingriff nicht weiter eingeschränkt.

 

Wichtig!
Bevor man die Krampfadern veröden lässt, sollte überprüft werden, ob die Venenklappen in den großen Oberschenkelgefäßen richtig funktionieren. Ist dies nicht der Fall, würde eine Verödung der geschädigten Gefäße nicht helfen und es müssten andere Behandlungsmethoden herangezogen werden.

Wie jeder chirurgische Eingriff birgt auch die Verödungstherapie Risiken. Wird die Substanz versehentlich in das umliegende Gewebe gespritzt, kann es zu Entzündungen kommen, die nur langsam abheilen. Gelangt das Mittel gar in eine Arterie, ist die Bildung von Blutgerinnseln möglich. Man sollte sich daher ausführlich über Risiken und Nebenwirkungen aufklären lassen.

Die Verödungstherapie sollte nicht durchgeführt werden, wenn folgende Kontraindikationen vorliegen:

  • Allergien auf das Verödungsmittel
  • schwere Systemerkrankung
  • akute oberflächliche oder tiefe Venenthrombose
  • Infektionen
  • Immobilität oder Bettlägerigkeit
  • fortgeschrittene Verschlusskrankheit
  • Schwangerschaft

Neben der Verödungs- oder Sklerotherapie gibt es noch andere invasive Verfahren zur Therapie von Venenleiden. Welches Verfahren im Einzelfall am besten geeignet ist, muss der behandelnde Arzt aufgrund der vorliegenden Diagnose und Umstände entscheiden.

Kompressionsverbände sind auch bei der Verödung von Krampfadern unerlässlich.Kompressionsverbände sind auch bei der Verödung von Krampfadern unerlässlich.
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