„Laufen ist für mich eine Art Meditation“

Ein Portrait über unsere sportliche Lipödem-Mutmacherin Yvonne

Yvonne ist 41 Jahre. Jeden Tag motiviert sie sich, Sport zu machen. Laufen und Qigong stehen deshalb täglich auf dem Programm. Meistens schon früh morgens – wenn der Rest der Welt sich gerade ein letztes Mal im Bett umdreht. Yvonne hat ihre Diagnose vor knapp einem Jahr im November 2017 erhalten. Bei ihr ist es eine familiäre Vererbung: „Meine Tante leidet unter dem Lipolymphödem“, erzählt sie.

Die Vermutung, selbst ein Lipödem zu haben, hatte Yvonne schon länger. Dennoch hielt sie das nicht von ihrem großen Traum ab, den Marathon 2016 in Berlin zu laufen. „Damals war nur die Vermutung da, dass ich ebenfalls unter dem Lipödem leide. Aber ich habe mir gesagt, ich habe nicht 40 kg abgenommen, um mir sagen zu lassen ,Du kannst keinen Marathon laufen‘. Doch es ging und nach 42,195km und 5h09min34sec habe ich die Ziellinie überquert.“

 

Mit Leichtigkeit und Lebensfreude

Yvonne wirkt auf den ersten Blick wie eine sportliche Frau, die Spaß an ihrem Leben hat. Erst auf den zweiten Blick fallen ihre Beine auf. „Unförmig“, wie sie selbst sagt. Obwohl sie ihr Gewicht rund zwei Jahre vor der Diagnose Lipödem massiv reduziert hat, sind ihre Beine geblieben. Erst mit der Diagnose wusste sie, warum. Und warum ihre Beine manchmal so schmerzen. „An manchen Tagen wache ich morgens auf und habe Beine wie Blei.“ Deshalb auf ihren Sport zu verzichten, kommt für die 41-Jährige nicht in Frage: „Dann laufen zu gehen, ist manches Mal eine echte Herausforderung. Aber ich weiß, dass es mir hinterher gut geht und von daher stehe ich auf und laufe los.“ Diese Leichtigkeit und Lebensfreude hat Yvonne dank ihrer positiven Einstellung, ihrem Mann und ihren Liebsten, die immer an ihrer Seite stehen und Yvonne unterstützen. „Ich weiß, die Krankheit ist da, aber ich lasse nicht mein Leben durch sie bestimmen. Sie ist ein Teil von mir und that's it.“

5, 10 oder soagr 42 km-Läufe: Yvonne stellt sich gerne dieser Aufgabe. Trotz Lipödem.

„Durch das Laufen, das ausgiebige Dehnen, die Arbeit mit der Blackroll und auch noch Qigong benötige ich keine Lymphdrainage und muss auch nicht 24/7 Kompressionsbekleidng tragen.“

Yvonne hat ihre eigene Therapie gefunden – zwar gehören Kompressionsstrümpfe dazu, aber das ist noch nicht alles: „Für mich bedeutet der Sport Freiheit und das tägliche Siegen über die Krankheit. Laufen ist für mich eine Art Meditation. Da kann ich abschalten und bin ganz bei mir. Alltagsprobleme und Arbeitsprobleme kann ich super während des Laufens verarbeiten.“ Zudem praktiziert Yvonne schon länger regelmäßig Qigong, eine chinesische Meditations- und Bewegungsform, bei der Körper und Geist gleichermaßen trainiert werden. „Qigong gibt mir zusätzlich zum Laufen innere Ruhe, Ausgeglichenheit und Stärke.“

 

Sportlich sein trotz Lipödem

Eigenschaften, die man bei Yvonne sofort erkennt. Nicht die Krankheit beherrscht ihr Leben, sondern der Sport, der ihr so viel Kraft und Zuversicht gibt. „Ich würde mir wünschen, dass seitens der Ärzteschaft betroffene Frauen aufgefordert werden, aktiver zu sein und mehr Sport zu treiben. Man kann mit dem Lipödem auch sportlich sein. Klar kostet es Überwindung, rauszugehen und zu laufen. Aber einfach dieses gute Gefühl danach, dass man was für sich getan hat, ist unbezahlbar“, schwärmt die lebensfrohe Frau. „Mir wurde am Anfang gesagt: Laufen ist nicht gut. Das Bindegewebe ist zu schwach. Da ist das Laufen Gift. Blödsinn, meine Fachärztin hat mir bestätigt, dass es super ist und ich solle unbedingt weitermachen. Durch das Laufen, das ausgiebige Dehnen, die Arbeit mit der Blackroll und auch noch Qigong benötige ich keine Lymphdrainage und muss auch nicht 24/7 Kompressionsbekleidung tragen“, so Yvonne.

Für die Zukunft hat Yvonne auch schon Pläne: „Ich möchte gern nochmal einen Marathon laufen. Aber ich weiß noch nicht genau, welchen. Es wird aber auf jeden Fall eine Wiederholung geben.“

2018

So sieht Yvonne heute aus.

2017

Den Silvesterlauf 2017 läuft Yvonne mit Kompressionsstrümpfen.

2016

Beim Marathon 2016 in Berlin hatte Yvonne noch keine Diagnose.

2013

2013 hat Yvonne noch 40 kg mehr auf die Waage gebracht.

2013

Sport gehörte 2013 auch schon zu Yvonne.

Name: Yvonne F.
Alter: 41
Interessen: Laufen, Lesen, die Welt erkunden
Lieblings-Lied: What are you waiting for - Nickelback
Mein Lieblings-Essen: Kürbissuppe
Das trinke ich am liebsten: Ingwertee
Mein Lieblings-Freizeitvertreib: Laufen, laufen, laufen :-)
Aus dieses Kleidungsstück kann ich nicht verzichten: 7/8-Lauftight und Funktionslaufshirt

 

Ein echter #LipödemMutmacher

In Yvonnes Instragram-Posts spielt ihr tägliches Sportprogramm die Hauptrolle. Mithilfe der Posts lässt sie ihre Freunde an ihrem sportlichen Leben teilnehmen. Das Lipödem wird nur manchmal thematisiert. Denn in Yvonnes Leben hat die Krankheit nur wenig Mitbestimmungsrecht. Deshalb ist Yvonne Teil der Initiative #LipödemMutmacher . Dort berichtet sie über die Distanzen, die sie täglich läuft, teilt Fotos ihrer Jogging-Strecke und zeigt jeden Tag aufs Neue, welch lebensfroher Mensch Yvonne ist.

Die Initiative #LipödemMutmacher richtet sich an Frauen, die von ihren täglichen Herausforderungen mit Lipödem berichten. Durch das Einsammeln von Posts verschiedener Lipödem-Betroffenen entsteht so eine Informationsplattform, die in dieser Form einzigartig ist.

Zur Initiative

Yvonne ist eine Lipödem-Mutmacherin

In ihren täglichen Instagram-Posts spielt Sport die Hauptrolle.

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