Kompression mit einem Tattoo

Diese Mutgeschichte kommt von Tina, die sich schon immer ein Tattoo wünschte, bis ihr die Diagnose Lipödem ein Strich durch die Rechnung gemacht hat. Jetzt hat Tina einen Weg gefunden, ihre Kompressionstrumpfhose zu individualisieren.

Endlich hat man sich entschieden, sich sein lang erwünschtes Tattoo am Knöchel stechen zu lassen, hält den Schmerz aus, freut sich über das Ergebnis und möchte es am liebsten jedem zeigen. Man hat sich vielleicht schon extra passende Schuhe dafür gekauft. Kurze Zeit später folgt die Diagnose: Lipödem – man trägt nun Kompression und das war’s mit dem Tattoo.

Anderer Fall: Man möchte Lehrer werden, steckt seine ganze Zeit in ein anstrengendes Studium und beendet es erfolgreich. Gleichzeitig steht immer der Wunsch nach einem Tattoo im Raum, doch geht das als Lehrer? Lieber nicht ausprobieren…

Für beide Fälle habe ich hier eine nicht perfekte, aber vielleicht trotzdem schöne Lösung, um doch ein gemustertes Farbkleid tragen zu können: Warum also die Kompression nicht bemalen?

Aber stopp! Für alle, die nun sagen: „Was – eine Kompression bemalen?!“ Natürlich soll erst einmal keine neue Kompression bemalt werden, man bekommt sie ja nicht geschenkt. Aber warum das Experiment nicht mit einer alten, hautfarbenen Kompression wagen?

Das Motiv:

Sucht euch ein Motiv entweder aus dem Internet aus oder designt selbst eins. Für den Anfang sind sicherlich linerare Motive am ehesten geeignet. Außerdem sind Schattierungen schwierig zu gestalten, höchstens durch verschiedene Ballungen von aneinandergereihten Punkten (siehe Elefant). Hierbei einfach beim ersten Versuch achten.

 

Du brauchst folgendes:

  • ein Motiv oder eine Schablone
  • einen oder mehrere Texilstifte (vielleicht sogar verschiedene Farben), ich nutze einen von Edding
  • Kompressionstrumpfhose (hautfarben), z. B. Lastofa Forte Laub
  • einen Bleistift oder dunklen Buntstift für die Vorzeichnung
  • eventuell ein Schaufensterpuppenteil (Bein, Arm, was ihr nun eben braucht)
Tattoo auf Kompression

Anleitung:

  1. Zu allererst zieht ihr eure Kompression über. Hierbei könnte man auch ein Teil einer Schaufensterpuppe nutzen, so ist die Zeichnung ohne Hilfe einfacher zu bewältigen.
  2. Nun zeichnet ihr das Motiv mit einem Bleistift (am besten ein weicher) auf die gewünschte Stelle oder lasst euch dabei von jemandem helfen. Diese Vorzeichnung kann frei Hand geschehen oder mithilfe einer Schablone. Hierbei würdet ihr die Schablone auf eure Stelle legen und entweder von jemandem fixieren lassen oder mit Klebeband vorübergehend festkleben. Achtet hierbei aber darauf, dass die Schablone flexibel ist und sich an die Stelle anpassen kann.
  3. Nachdem nun die Vorzeichnung auf den Stoff übertragen wurde, zieht ihr die Kompression aus und fahrt die Linien nun mit eurem Texilmarker vorsichtig nach. Macht die Linien nicht zu dünn, sonst gibt es im angezogenen Zustand in der Zeichnung Lücken. Falls ihr die Puppen-Variante genommen habt, könnt ihr die endgültige Zeichnung direkt im gespannten Zustand machen. Auch wenn euch ein/-e Freund/-in hilft, kann im angezogenen Zustand weitergearbeitet werden.
  4. Jetzt könnt ihr euch den Stoff wieder überziehen. Schaut noch einmal, ob bestimmte Stellen noch ausgebessert werden müssen und macht dies gegebenenfalls, eventuell auch mithilfe eines Helfers.
  5. Am Ende sollte die Stelle mit dem Motiv gebügelt werden, damit die Kompression wieder waschbar ist.
  6. Voila – fertig.

Tattoo mit Kompression – so geht's:

Schritt 3

Schritt 1

Schritt 2

Schritt 4

Schritt 5

Tattoo hält (k)ein Leben lang

Das Bügeln der Zeichnung darf natürlich nur punktuell und nicht zu lange geschehen, sonst schadet man dem Kompressionsmaterial. Dennoch hat das Bügeln den Effekt, dass die Zeichnung mehrere Wäschen hält. Wie bei einem herkömmlichen Tattoo auch, verblasst das Motiv nach einiger Zeit. Jetzt muss jeder selbst entscheiden, ob er das Motiv nachzeichnen möchte oder nicht.

Das beste an dieser Art von Tattoo ist, dass man sich theoretisch jedes halbe Jahr ein neues Motiv überlegen und auf der Kompression festhalten kann. Denn mit jeder neuen Versorgung hat man auch wieder eine neue Spielwiese, auf der man sich kreativ auslassen kann. Das nächste Mal werde ich eine blaue Kompressionsstrumpfhose mit weißem Textilstift probieren.

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Eure Tina

 


Das könnte dich auch interessieren:

Unsere Website verwendet Cookies. Wenn Sie die Website weiternutzen, erklären Sie sich damit einverstanden.

Mehr darüberOK