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Reisen kann für Beine zur Belastung werden

Das Economy-class Syndrom

Jeder Reisende ist bei mehrstündigen Reisen in beengter sitzender Position einem erhöhten Thromboserisiko ausgesetzt. Dies gilt vor allem beim Business- oder Ferien-Flug, aber auch bei langen Auto-, Bus- und Zugfahrten ohne regelmäßigen Pausen mit entsprechender Bewegung. Zusätzlich zu beengtem Sitzen sorgen bei Langstreckenflügen niedriger Luftdruck und geringe Luftfeuchtigkeit in der Flugzeugkabine für erhöhte Gerinnungsgefahr des Blutes.

Dies kann dann im schlimmsten Fall zu einer Thrombose führen, aber auch die häufiger auftretenden Beschwerden, wie geschwollene, schwere Beine können schmerzhaft sein und einen unbelasteten Start in den Urlaub verderben.

Reisende die schon vorher wegen Venenleiden in Behandlung waren, sollten vor einem Lang­streckenflug mit Ihrem Arzt über die Verordnung von Kompressionsstrümpfen sprechen.

Gefährdet sind aber auch venengesunde Reisende, besonders wenn bestimmte Risikofaktoren vorliegen.

Definition der Risikogruppen

Gruppe 1 niedriges Risiko Reisende ohne zusätzliche Risikofaktoren
Gruppe 2 mittleres Risiko - Bei Schwangerschaft
- Alter über 60 Jahre
- Nachgewiesene Thrombophilie/familiäre Disposition zur venösen Thromboembolie
- Bestehende Krampfadern (Varizen)
- Chronisch venöse Insuffizienz
- Einnahme der Pille oder Hormonersatztherapie
- Adipositas (BMI>30)
- Bei einer Körpergröße über 1,90m oder unter 1,60m
Gruppe 3 hohes Risiko - Bei anamnestisch bekannten Thromboembolie
- Manifeste maligne oder andere schwere Erkrankung
- Immobilisation
- Bei einem kurz zurückliegenden großen chirurgischen Eingriff

Quelle: Vasomed 3/2010

Empfehlungen zur Prävention der Reisethrombose

Gruppe 1 niedriges Risiko - Bewegungsübungen, z. B. Fußwippen,
- Möglichst oft aufstehen, bei Autofahrten Pause machen und einige Schritte gehen
- Ausreichend Flüssigkeit (025L / 2 Std)
- Gebrauch von Beruhigungsmitteln und Schlafmitteln vermeiden
Gruppe 2 mittleres Risiko - Allgemeine Maßnahmen, siehe Gruppe 1
- Wadenkompressionsstrümpfe mit mindestens 10-20 mmHG Stützkraft tragen (z. B. Gilofa 2000)
- Bei bestehender Venenerkrankung die verordnete Kompressionsklasse tragen
- Evtl. medikamentöse Prävention (in Absprache mit dem behandelnden Arzt)
Gruppe 3 hohes Risiko - Allgemeine Maßnahmen, siehe Gruppe1
- Kompression, siehe Gruppe 2
- Medikamentöse Prävention (in Absprache mit dem behandelnden Arzt)

Quelle: Vasomed 3/2010

Jeder ist also auf Langstreckenflügen und langen Autofahrten einem erhöhten Risiko ausgesetzt, jeder kann aber auch mit wenig Aufwand wirkungsvoll vorbeugen.

Die hier genannten vorbeugenden Maßnahmen, dienen nur der Information. Im Zweifelsfall sollte immer ein Gespräch mit dem behandelnden Arzt erfolgen.