Stadien des Lymphödems
Lymphödeme entstehen nicht über Nacht, sondern entwickeln sich schleichend. Hat die Ödematisierung jedoch einmal begonnen, setzt sich der Prozess unbehandelt immer weiter fort.
Das hängt unter anderem damit zusammen, dass die Abwehrfunktion der Haut aufgrund des Lymphödems schlechter wird. Bakterielle Hautinfektionen wie beispielsweise Wundrosen können entstehen, die wiederum die Lymphgefäße beeinträchtigen. Das Ödem verschlechtert sich dann.
Es gibt verschiedene Schweregrade eines Lymphödems. Die Schwere eines Lymphödems hängt von der eingelagerten Menge der Lymphflüssigkeit in dem Gewebe ab. In frühen Stadien lässt sich noch mit dem Daumen eine erkennbare Delle in die geschwollene Hautpartie drücken. Bildet sich die Hautdelle nicht gleich wieder zurück, deutet dies auf ein Ödem hin. In weit entwickelten Stadien ist die Schwellung so weit fortgeschritten, dass die Extremitäten völlig entstellt aussehen. Diese Zustände führen zu einer schlechteren Abwehrfunktion der Haut. Daher neigen Lymphödeme – je weiter sie im Schweregrad fortgeschritten sind, zu bakteriellen Hautinfektionen, wie z.B. Wundrosen. Diese Infektionen beeinträchtigen wieder das Lymphgefäßsystem und verschlechtern so den Zustand des Lymphödems.
Folgende Stadien lassen sich bei der Entstehung eines Lymphödems unterscheiden:
Stadium 0: Latentes Ödem
Das Lymphgefäßsystem ist bereits geschädigt, arbeitet daher bereits reduziert. Es kann aber die Lymphabflussverhältnisse noch kompensieren. Ein Ödem ist (noch) nicht vorhanden.
Stadium I: Reversibles Ödem
Das Lymphgefäßsystem ist überfordert. Es bilden sich vorwiegend am Abend weiche Gewebeschwellungen. Die Schwellung bildet sich durch Hochlagern der Gliedmaße über Nacht oder auch nach einigen Tagen wieder zurück.
Stadium II: Chronisches irreversibles Ödem
Die Schwellung ist deutlich verhärtet. Man kann keine Delle mehr eindrücken und das Ödem bildet sich auch nach längeren Ruhezeiten nicht mehr zurück.
Stadium III: Elephantiasis
Die Schwellung nimmt extreme Ausmaße an. Das Bein ist stark unförmig. Die Haut ist hart und durch warzenförmige Wucherungen gekennzeichnet. Aufgrund der Bildung von Lymphsäcken und großen Wülsten besteht eine erhöhte Gefahr von Wundrosen (Erysipel).


